• Focusing Institut Köln

    Zum Leben und zur Arbeit von Eugene T. Gendlin
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Focusing öffnet eine Tür

Focusing nennt Eugene Gendlin, Philosoph und Professor für Psychologie, die Zeit, in der man mit etwas verweilt, das nicht klar ist, aber konkret im Körper zu spüren ist. Dabei hat dieses „Gespürte“ sicher mit etwas aus unserem Leben zu tun – einer Frage, einer Entschei­dung, einem kreativen Projekt oder etwas Schwierigem, vielleicht sogar Schmerzenden, manchmal auch mit dem Sinn und Nicht-Sinn unseres Lebens selbst. Es ist also nicht der un­bequeme Stuhl oder zu enge Schuh. Es ist ein Gewahr-Sein, das dahin geht, mit etwas zu sein, was körperlich spürbar ist, ohne schon zu wissen, was es ist. Wir spüren nur von innen her, dass es sich irgendwie auf eine Situation oder einen Aspekt unseres Lebens bezieht. Dieses körperliche Spüren von „All dem“ mit einer Situation, einer Idee oder einer Frage ans Leben nennt Gendlin Felt Sense – „gespürte Bedeutung“ oder „gespürten Sinn“. Es ist auch im Englischen ein Kunstwort, das er eigens dafür entwickelt hat. Darum werde ich „Felt Sense“ auch im Deutschen beibehalten. Eine andere Beschreibung, die Gendlin dafür gefunden hat, ist Rand des Gewahr-Seins (Edge of Awareness). Es ist etwas, was sich am Rand des Gewahr-Seins zeigt, und wir können spüren, da ist noch mehr...

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Focusing

Focusing ist eine feine spezielle Achtsamkeit mit dem körperlich gespürten Erleben. Wenn wir den Focus unserer Aufmerksamkeit in das gespürte Erleben des Körpers legen und dort wohlwollend verweilen, so können wir dort mit einer feinen Resonanz in Kontakt kommen. Diese Resonanz ist die Art und Weise, wie wir eine Situation, einen Raum, ein Arbeitsprojekt oder eine Sinnkrise körperlich erleben. Obwohl das eigentlich ein natürlicher Prozess ist, braucht es manchmal eine gewisses Zeit und eine engagierte, innere Haltung  des Dabei-Bleibens, um mit diesem körperliche Erleben und Empfinden unter den Worten in Kontakt zu kommen.

Eugene Gendlin, Professor für Philosophie und Psychotherapie an der Universität Chicago, hat Focusing als vermittelbare Essenz aus geglückten Veränderungsprozessen in der Psychotherapie entwickelt. Gerade die Klienten/Innen, die sich der körperlich erlebten, feinen Resonanz zuwandten spürten, wie sie sich auf konstruktive Weise zu verändern begannen. Das geschah auch gerade dann, wenn es nicht klare eindeutige Emotionen oder Gedanken waren, sondern eben das Feine – Neue, noch nicht klar gewusste, dass sich meldet .

In der psychologisch-klinischen Forschung wurde deutlich, dass diese Qualität der Achtsamkeit mit dem körperlich gespürten Erleben, also Focusing, als grundlegender menschlicher Prozess von Veränderung  zu verstehen ist. Unser lebendiger Körper weiss mehr, als wir bewusst in einer Situation wissen - zu einem Problem, neuem Projekt oder einem Wachstumsschritt.
Die Haltungen und Schritte, die zu diesen Prozess von Veränderung und kreativer Entwicklung einladen, sind im Focusing erlernbar. Wenn wir in der Lage sind, sie anzuwenden helfen sie uns, kreativer, sinnerfüllter und entspannter zu leben.

Bereits in vielen Ländern der Welt wird Focusing in verschiedenen Bereichen angewandt:

  • Psychotherapie, Beratung, Coaching und Supervision
  • Gesundheitsvorsorge - Stressverwandlung, Entspannung
  • Management - Planung, Entscheidungsfindung, Kommunikation
  • Pädagogik (Schule, Erwachsenenbildung)künstlerischem Arbeiten und kreativen Denken
  • Fragen der Sinnfindung und Spiritualität

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